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An (ge) dacht

© Ralf Peter Reimann / fundus.ekhn.de

In der dunklen Jahreszeit wächst in mir eine Sehnsucht nach Licht. Wie schön ist es, dass nun langsam immer mehr Lichterketten und Licht-Dekorationen in den Fenstern zu sehen sind, die uns erfreuen und den Weg zum Weihnachtsfest zeigen. Auch in unseren Häusern und Wohnungen helfen uns Kerzen, eine warme und wohltuende Stimmung zu schaffen.
Am ersten Adventskranz leuchteten damals vierundzwanzig Kerzen, nicht nur vier, wie heutzutage üblich. Es gab eine kleine rote Kerze für jeden Wochentag und eine große weiße für die Sonntage im Advent.
Johann Hinrich Wichern hat diesen Kranz für die Kinder erfunden, die im „Rauhen Haus“ in Hamburg lebten. Es waren Mädchen und Jungen, die Schweres erlebt hatten. Jeden Advent warteten sie dann voller Sehnsucht auf das Weihnachtsfest.
Der Adventskranz im Betsaal zeigte dann, wie lange es noch bis zum Heiligabend dauerte. Und gleichzeitig wurde es in dem Raum, in dem sich alle am Abend versammelten, mit fortschreitender Zeit immer heller und heller. Das Kerzenlicht hat die Dunkelheit vertrieben.
Auch heute können wir in der Zeit des Advents auf das Licht des Adventskranzes schauen und sehen, wie es wächst. Vielleicht kann ich in dieser Zeit auch bewusst versuchen, etwas loszulassen, was mein Leben dunkel macht. Vielleicht kann ich schauen, was in mir zu viel Raum einnimmt und was ich abgeben möchte: Das können Sorgen sein, die mich bewegen; Schuld, die ich mir nicht verzeihen kann; eine Kränkung, die mich verbittert; Trauer, die sich in mir festgesetzt hat. Und dann kann ich bewusst eine Kerze entzünden für das, was ich an diesem Tag bewusst dem Himmel überlassen möchte. So kann Licht auch die Dunkelheiten in mir heller machen, bis es endlich Weihnachten wird.
Sicherlich: So wird nicht alles Schwere in meinem Leben verschwinden können. Aber es kann doch gut tun, sich das bewusst anzuschauen, was das eigene Leben düster macht, es dann auch Gottes Liebe weiterzugeben, die es dann verwandeln kann. Und dann kann es manchmal so sein, als würde Gottes Licht auch in mir wachsen.
So wünsche ich Ihnen eine helle und von Licht erfüllte Advents- und Weihnachtszeit und dass dieses Licht in Ihnen auch im vor uns liegenden Jahr 2024 weiterleuchte.
Ihr Pfarrer
Matthias W. Bubel

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